Bilder im Blut

Bilder im Blut

So wie man von Rennfahrern oft sagt sie hätten „Benzin im Blut“, so kann man wohl von einem leidenschaftlichen Fotografen annehmen, dass er sozusagen „Bilder im Blut“ hat. Sie sind immer da, egal ob man gerade eine Kamera zur Hand hat oder nicht. Ich weiß nicht wie oft ich mir schon gewünscht habe, eine eingebaute Kamera im Auge zu haben, oder die Motive die ich sehe, aus dem Kopf runterspeichern zu können auf eine Festplatte; nur um sie greifbar werden zu lassen. Natürlich war dieses Gefühl auch schon zu analogen Zeiten da und wenn ich Talent dazu hätte, wäre ich vielleicht Maler geworden. 🙂

Meiner Überzeugung nach, ist das was einen Fotografen ausmacht, die Fähigkeit zu sehen. Details in einer Szene, die sonst niemand sieht. Lichtreflexe. Motive, die in Sekundenbruchteilen wieder vergehen und die man eben nur mit einer (guten) Kamera der Zeit entreissen kann. Natürlich braucht man dazu auch das Wissen und die Übung, seine Kamera dazu zu bringen das zu tun was man will.  Das kann man lernen. Das Sehen aber und die Reflexe, zur richtigen Zeit den Auslöser zu drücken, das ist  angeboren. Das ist Talent.

Himmlische Geschichten

Himmlische Geschichten

Die technischen Möglichkeiten der digitalen Fotografie werden immer weiter ausgereizt und schon längst machen die Kameras der meisten Besitzer was sie wollen und für richtig halten, ohne den Menschen am Auslöser zu fragen. Und der wiederum freut sich über den Komfort und die Ergebnisse. Mittlerweile sind wir an einem Punkt, wo die Kamera gleich ganze Szenen abfilmt, damit der geneigte Kamerabesitzer sich hinterher aussuchen kann, was er denn eigentlich vor hatte zu fotografieren. Ganz schön schräg; aber absehbar. Hauptsache Bequem und „Idiotensicher“.  Getreu dem modernen Lebensmotto der Industrie 2.0: „Sie müßen nicht wissen wie es funktioniert, Sie müßen es nur einschalten. Den Rest erledigt das Gerät“.

Talent braucht man dafür keines mehr. Dabei ist dieses Talent weiter verbreitet als man denkt. Manche Menschen stellen erst nach vielen Jahren des vollautomatischen Auslösens von digitalen Bilddateiproduktionsprozessen fest, dass Ihnen Fotografieren Spaß macht. Man muß Ihnen nur die Möglichkeit geben, zu verstehen wie es funktioniert. Sie fangen an sich näher damit zu beschäftigen und siehe da…..

Also ihr Menschen, die ihr im Vollautomatikmodus mit Motivklingel und Dauerfeuerauslöser unterwegs seid und meint ihr würdet fotografieren…..traut euch es selbst zu versuchen. Nehmt euch wieder die Zeit zu sehen. Nicht jedes Foto wird der Brüller sein, und manchmal werdet ihr vor Frust die Kamera am liebsten ins Eck schmeissen….aber ihr werdet es lieben, wenn ihr merkt „Wow, das war jetzt ein Foto das ICH Selber fotografiert habe. Ganz bewußt. Mein eigenes. 

Dem Himmel so nah.

 

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