Ausdruck auf Knopfdruck..

Ausdruck auf Knopfdruck..

Das wäre wohl das, was sich die meisten Tierbesitzer  bei einem Fototermin wünschen würden.

Das Pferd ist strahlend sauber herausgeputzt und bleibt es auch bis das letzte Foto gemacht ist. Der Hund, ebenso liebevoll gestylt, zeigt Temperament und seine besten Kunststücke und ist dabei jederzeit abrufbar. Die Katze, deren Fell aussieht wie mit Perwoll gewaschen, posiert wie für das Cover der Cosmo.

Die Haare sitzen, das Licht stimmt…los gehts.

ja – das sind mal schöne Träume. Traum aus – Realität an:

Das frisch gewaschene Pferd wird  nach betreten einer Freilauffläche als erstes versuchen, diesen fiesen Geruch nach Shampoo und Fellglanz los zu werden und sich in den nächsten Dreckhaufen zu werfen, um den Naturzustand wieder herzustellen. Und auch bei noch so vielen beflissen herumrennenden Helfern wird es das irgendwann schaffen. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben.  Für Hunde und Katzen gilt dasselbe, wobei die Rasse-Mietzekatze eher selten ein Aussenshooting erleben wird. Eher schon die Hofkatze vom Nachbarn, die den Trubel vor der Leinwand spannend findet.

Sandbad

Also wie gesagt, unsere Vorstellungen von Styling sind im allgemeinen abweichend von denen unserer Tiere. Was den Unterschied wirklich ausmacht vor der Kamera, ist der „Rampensau-Faktor“. Es gibt Tiere, die lieben die Kamera und die Kamera liebt sie. Das sind sozusagen die Topmodels unter den Tieren. Sie halten immer genügend Abstand zur Kamera, wissen aber jederzeit, wo die gerade ist. Echte Showtalente, die es lieben wenn ihnen die gesamte Aufmerksamkeit gehört.

Es kommt hier jeder mal dran, okay?

 

Schwierig wird es mit ihnen nur dann, wenn sie in der Gruppe vor die Kamera sollen. Das geht mal gar nicht. Genauso unverständlich finden sie es, wenn der nächste drankommt. Schließlich waren sie doch super und haben ihr Bestes gezeigt; kein Grund also, sich jemand anderem zuzuwenden.  Ich habe schon solche Pferde erlebt, die dann immer wieder einen Weg zurück vor die Kamera gefunden haben. Gattertüre aufdrücken, sich mit dem nächsten Pferd gleichzeitig durch die Türe quetschen, über den Zaun springen oder einfach durchmarschieren und den Zaun mitnehmen….alles schon da gewesen.  Die Hundeversion davon, lässt sich nicht mehr einfangen und schießt alle paar Minuten durchs Bild, kann eventuell auch Türen öffnen oder heult so ohrenbetäubend, dass man ihn wieder ans Set holt; was dann natürlich wieder das Spiel auf Anfang setzt.

Drei Pferde vor der Kamera

Bleibt genau sooooo!

Dann gibt es die Kandidaten, die mit der Situation etwas überfordert sind, weil ihre Besitzer so viel Aufregung ausstrahlen, als würde es um das Weltchampionat gehen, und die sich keine Sekunde ruhig halten können. Die sind oft geistig bereits völlig erschöpft, bevor überhaupt die Kamera auf „on“ steht. Neben den tiefentspannten „is mir alles wurscht“ Typen, bei denen die Herausforderung eher die ist, irgendeine Körperreaktion auszulösen, gibt es auch noch die echt unleidlichen, die schlicht nen schlechten Tag haben. So etwas ist zwar blöd, aber man sollte es respektieren. Ich erinnere mich an einen Friesen mit übler Migräne, der war echt nicht ohne.  All das kann man handeln, aber wirklich schlimm sind die, die wissen was kommt und mal so gar keinen Bock drauf haben.  Bei Pferden kann das durchaus ungemütlich werden, wenn einem der genervte Fellträger deutlich zeigt, dass er auf die Kamera zielt beim galloppieren und treten . Aber das sind zum Glück die Ausnahmen.

Um also gute Fotos von seinen Tieren zu bekommen, muss man Ihre Eigenheiten gut kennen und wissen, worauf sie anspringen. Und dann entsprechend planen. Hat der Hund ein Lieblingsspielzeug, muss das mit ans Set. Ist im Grunde wie mit Kindern. Das Pferd ist eher verfressen und bewegungstechnisch ein Energiesparer?  Dann ab damit….neben die fette grüne Wiese auf der schon alle anderen stehen und mampfen. das bringt Äktschn ins Huftier.

Da fällt mir wieder das Shooting ein auf dem Reitplatz mit dem großen Apfelbaum in der Mitte. Erntezeit. Der Boden voller leckerer Äpfel. Yeah!

-YAM YAM –

Natürlich muss das Hoppa dann zur Belohnung auch auf die grüne Weide. So erhält man die temperamentvollen Gallopp- und „wilde Mähne fliegt von rechts nach links“ Fotos und anschließend die seelenvollen „mein Pferd ist mein Freund“ Sequenzen, ohne 20 Leute am Laufen zu haben.

Es lohnt sich, auch mal die Perspektive zu wechseln.

Überhaupt sind die (auf den späteren Fotos möglichst unsichtbaren) Besitzer, Helfer und Treiber mit am Wichtigsten bei einem Tiershooting in „freier Wildbahn“.   Deswegen tut man sich am besten immer mit mehreren Freunden und Bekannten zusammen und kann sich dann gegenseitig dabei helfen. Tipp am Rande: vorher nix schweres Essen, genügend Getränke für alle einpacken und auf geeignetes Schuhwerk achten. Im kniehohen Lederreitstiefel läuft es sich echt nicht gut. Auch die sommerliche Apostell-Bereifung an den Füßen ist eher unzweckmäßig für längeres hin und her rennen auf buckligen Wiesen. Ach ja- das Antimückenmittel muss nicht nur ans Pferd, sondern ganz dringend auch an die Läufer.

Und wenn dann alle Menschen und Tiere völlig fertig sind vom Rumrennen, gestochen werden, schwitzen und sich konzentrieren (jawoll!!!) dann ist das Shooting fertig.

Vor der Leinwand

 

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